2015-10-05 @ UB

das mit der leere hast du sehr schön definiert . ursprünglich ein ort von schöpfung und zuflucht und möglicherweise das tor zu anderen welten und bewältigungen, wird sie zur angst vor der leere, wenn das , womit sie gefüllt wird, wieder nur leere ist . jean liedloff hat das ebenfall sehr schön geschildert :
in den entbindunsstationen der westlichen welt könnte eine mutter, die einen meter entfernt im bett liegt, ebenso gut auf dem mars sein (eine sich instinktiv als wolfsmutter verhaltende wölfin wäre besser, weil greifbarer) .
das neugeborene, dessen haut nach der uralten berührung durch einen weichen , wärme ausstrahlenden, lebendigen körper schreit, wird in trockenes, lebloses tuch gewickelt . es wird, sosehr es auch schreien mag, in einen behälter gelegt und dort einer qualvollen leere ausgeliefert, in der keinerlei bewegung ist (zum erstenmal in seiner gesamten körpererfahrung, während der jahrmillionen seiner evolution oder seiner ewigkeit im uterus) . das einzige geräusch, das es hören kann, ist das geschrei anderer opfer, die die gleiche unaussprechliche höllenqual leiden . das geräusch kann ihm nichts bedeuten . es schreit und schreit; seine an luft nicht gewöhnten lungen werden von der verzweiflung in seinem herzen überanstrengt . keiner kommt . da es seiner natur gemäß in die richtigkeit des lebens vertraut, tut es das einzige, was es kann . es schreit immer weiter . schließlich schläft es erschöpft ein – ein zeitloses leben lang später .
ich finde den text so gut, das ich ihn noch seitenlang weiter abtippen könnte (was ich wahrscheinlich auch machen werde (kann dir dann den link schicken) .
zum teilungsproblem möchte ich noch sagen, das ich die drei sich ergebenden gleichungen (A + x) / 18 = x, (B + y) / 18 = y, (C + z) / 18 = z nicht mathematisch ableiten kann, aber auch nicht für zufall halte, also, wie gesagt, genial konstruiert .


2015-07-23, 2015-10

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