2015-10-11

die fehlenden erfahrungen der säuglingszeit und, als ergebnis, die lücke an der stelle, wo sein gefühl von vertrauen sein müßte, sowie sein unsäglicher entfremdungszustand werden alles, was das kind dereinst wird, bedingen und beeinflussen, während es um den rand des abgrundes herum aufwächst, an dem ein ausgeprägtes selbstgefühl sich hätte entwickeln können . doch ist es wichtig, zu verstehen, das in seinem frühen leben kein mechanismus vorhanden ist, der eine unzulängliche mutter in betracht ziehen könnte, eine mutter ohne natürliche logik – eine, die auf säuglingszeichen nicht reagiert, eine, die der erfüllung seiner erwartungen entgegensteht, anstatt diese zu bejahen . später, wenn sein verstand sich entwickelt, “versteht” es vielleicht, das ihre interessen und die seinen voneinander abweichen, und wenn es heranwächst, kämpft es vielleicht darum, sich unabhängig von ihr zu verhalten, um sich zu retten . doch im grunde seines herzens kann es nie ganz daran glauben, das die mutter es nicht bedingungslos liebt, einfach, weil es da ist, mag es auch von den den dächern herunterschreien, das es das besser weiß . alle gegenbeweise, all sein verstandesmäßiges begreifen der tatsachen, all seine beteuerungen, distanzierungen von ihr und all seine gegen sie aufbegehrenden handlungen aufgrund solcher beweise ihrer feindlichen einstellung, nichts davon kann das kind von seiner innersten überzeugung abbringen, das sie es liebt, das sie es trotz allem irgendwie lieben müsse . “haß” gegen eine mutter (oder mutterfigur) ist der ausdruck eines aussichtslosen kampfes, sich von dieser überzeugung zu befreien .
das wachstum der unabhängigkeit und die kraft zum emotionalen reifen entspricht weitgehend der beziehung, die sich beim getragenwerden ausgebildet hat, in allen aspekten . daher kann man nur durch die mutter unabhängig von ihr werden, wenn sie nämlich ihre richtige rolle einnimmt, einem die erfahrung des getragenwerdens gewährt und einem nach dieser erfüllung erlaubt, selber den nächsten schritt zu tun .
von eine mutter ohne natürliche logik kann man sich jedoch niemals befreien . das verlangen nach ihr besteht zwangsläufig fort . man kann dann nur wie ein fisch am angelhaken zappeln – so wie der “atheist” vor gottes thron im himmel die fäuste ballt und “ich glaube nicht an dich!” ruft oder andere gotteslästerungen ausstößt, deren einziger nutzen es ist, das sie von seinem namen sinnlos gebrauch machen .


2015-10

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