my knol comments 2009 (january)

2009-01-12

ks – hi AK,
nur ganz kurz (will nur mal testen, ob die verbindung klappt) .
du schreibst ganz richtig : “The goal is to spread the Knols by translating them.”
allgemein ausgedrückt heißt das, es geht darum, an breite und tiefe zu gewinnen
(was für eine wohltat, das nicht in englisch ausdrücken zu müssen) .
stell dir nur mal vor, die leute können auf dem bulletin-board in ihrer mutter-sprache schreiben und wir übersetzen das dann (mit hilfe von google und unseren sprach-kenntnissen) ,
was für eine barriere da wegfallen würde !

ak – die verbindung klappt!
warst du noch gar nicht in der google-gruppe?

ks – ich war am anfang in der google-gruppe, aber dann wurden mir die dauernden rückmeldungen zu müllig und schließlich entdeckte ich knol .
also, je mehr dinge wir verknüpfen können, umso mehr gewinnen wir an breite und tiefe .
was whuffy betrifft, so zitiere ich einfach mal : about whuffy
was google gold betrifft, so lernt die öffentlichkeit ja gerade das große geheimnis kennen, dass geld aus dem nichts gemacht wird . für den kleinen mann war sowas bisher ja sowas von kriminell, aber der große mann darf das (er ist (wie die götter im alten griechenland) kriminell, aber er wird nicht bestraft dafür) .
nun gibt es die möglichkeit, das zu beenden . man schafft einmal geld aus dem nichts, aber eine art geld, die nicht mehr weiter vermehrt oder vermindert werden kann . eine regierung kann das nicht, die uno könnte es theoretisch, ist aber praktisch zu sehr ein instrument der regierungen . google könnte es und wird es auch machen, wenn das jetzige geschäftsmodell zusammen bricht (was in folge der finanz-krise durchaus geschehen kann) .
es liegt nun an uns, google auf diese möglichkeit hinzuweisen und vor allem der welle, die dann über die jetzigen währungen hinweg schwappt, dadurch zu entgehen, dass man auf ihr surft .
etwas anderes noch : du schreibst, du bist sehr besorgt um das urheber-recht . auch das wird sich im zuge einer entwicklung erledigen, die als once and only once bekannt ist .
wenn alles als original nur einmal vorhanden ist und in der folge nur noch verzeigert wird, so kann durch die rückzeiger auch genau nachvollzogen werden, in welchen zusammenhängen es auftritt (wie jetzt durch google eigentlich auch schon, doch dann auf eine ganz natürliche art) .
auch hier liegt es an google, so einen browser zu entwickeln (chrome2) .
ein erster schritt wäre zum beispiel, wenn knol unsere bulletin board einträge anhand der überschrift (datum und name) in sub knols verwandeln würde, die google selbst verwaltet und nur noch die überschriften-liste stehen bleibt, die man dann anklicken könnte (wie jetzt auch schon) .

2009-01-13

ak – Hallo Kalle Schwarz
Ich habe das ganze noch nicht verstanden. Aber das macht ja nichts. Wir haben ja Zeit.
KTP geht eigentlich auch auf einen SF-Roman zurück: Die große Explosion von Eric Frank Russell. Er schildert dort einen Planeten, wo es kein Geld gibt. Die Menschen laden sich aber gegenseitig “Ob’s” (Obligationen) auf. Wenn jemand für einen anderen den Reifen flickt, lädt er ihm ein Ob auf, dass heißt, der mit dem geflickten Rad, muss sein Ob wieder loswerden, indem er es anderen auflädt.
Ähnlich funktionieren die Tauschringe mit ihren lokalen Währungen.
Geld ist ja auch so etwas wie Schulden machen. Wenn ich jemanden Geld gebe, verspreche ich ihm damit eine Arbeitsleistung von mir. Das heißt, wer anderen Geld gibt, verschuldet sich bei ihnen. Daher kommt Geld nie aus dem Nichts, sondern es ist ein Versprechen und das Versprechen bezieht sich auf eine Arbeitsleistung.

ks – wir haben zeit, in dem sinne, dass wir keinem zwang unterliegen und uns auch keinen auflegen sollten . und die dinge müssen reifen . das braucht zeit .
mit dem schulden machen ist das so eine sache . man muss da genauer hingucken .
wenn mir jemand geld gibt und ich das einem dritten weitergebe, verschulde ich mich nicht bei diesem dritten, sondern der, von dem ich das geld habe, verschuldet sich . das geld kreist nun munter weiter und immer noch ist nur der erste verschuldet, bei dem es dann, wenn er inzwischen nicht gestorben ist, irgendwann wieder landet . der nun, schlau wie er ist, verschuldet sich wiederum bei mir, indem er neues geld erfindet, dass er mir gibt, das alte geld aber nicht vernichtet, was er eigentlich hätte tun sollen, sondern es wieder ausgibt, das geld also sozusagen verdoppelt . siehst du nun, wie geld aus dem nichts entstehen kann ?
es gibt da übrigens eine schöne geschichte vom seefahrer cook, der den eingeborenen glasperlen gab für all die schönen waren, die sie ihm bereitwillig überließen, weil sie dachten, dass die glasperlen so etwas wie schuldscheine waren (und als solche, wie man ja leicht einsehen kann, auch bestens geeignet sind) . als er nun das zweite mal auf die inseln kam und nichts anderes dabei hatte, als wieder nur glasperlen, fühlten sie sich leicht verarscht und mussten ihn leider erschlagen .
vielleicht sollte man die banker auch erschlagen (pleite gehn lassen). tun die politiker aber nicht, sondern sie machen da weiter, wo diese aufgehört haben und erzeugen einfach noch mehr geld .
kapitalismus, als making money in seiner reinsten und reifsten form .
du glaubst doch nicht, dass das noch lange gut geht ?

ak – die geschichte mit cook wäre lustig, wäre sie nicht so tragisch für ihn gewesen. aber es beweist ja eben auch, dass geld nicht einfach aus dem nichts kommt und nicht einfach vermehrt werden kann. natürlich muss immer mehr geld auf den markt geschmissen werden, weil die produktivität der menschen immer weiter steigt. der mehrwert wird immer größer und das spiegelt sich darin, dass immer mehr geld existiert. das ist auch richtig so. was natürlich falsch ist – und da sind wir uns wahrscheinlich einig – ist, dass es einen politisch-ökonomischen komplex gegeben hat mitsamt einer neoliberalen ideologie, die sich von der realen wertschöpfung entfernt hat und gar nicht mehr die produktivität oder die zunahme der produktivität spiegelte. aber wie cook und die finanzkrise jetzt zeigen: geld muss immer an produktivität gekoppelt sein, an gegenwerten in der produktion. und da findet dann auch die ausbeutung statt. die banker, die sich unrechtmäßig bereichert haben, sind jetzt ja ziemlich schnell auf die schnauze gefallen, ihr spiel ging nur ein paar jahre gut. und die gehälter und provisionen der ackermänner sind auch nicht wirklich hoch gewesen – vergleicht man sie mit dem vermögen der aldi-brüder, die ihr geld nicht durch spekulation machen, sondern durch die sehr viel effektivere ausbeutung im produktionsprozess (kameraüberwachung vor den toiletten (ach nein, das war ja lidl ;-)).

ks – ja, das ist die frage, ob immer mehr geld auf den markt geschmissen werden muss .
das kann doch keiner mehr kontrollieren . im gegenteil : geld drucken zu können ist absolute macht . macht aber korrumpiert und absolute macht korrumpiert absolut (in dieser hinsicht hat es bisher in der geschichte noch keine ausnahme gegeben) .
also ich behaupte mal, dass man uns das nur als notwendig verkauft und das es auch anders und viel besser geht : nämlich, wenn man nicht die menge des geldes an die produktivität anpasst, sondern den wert des geldes . das passiert automatisch, wenn man die menge konstant hält und das geld beliebig teilbar ist .
es gab ja lange zeit eine relativ stabile währung und das war die goldwährung .
es gibt nur eine begrenzte menge gold auf dieser erde . gold ist also nicht beliebig vermehrbar (zumindest kostet es arbeit, es aus der erde zu holen (es sei denn, die spanier oder portugiesen überfallen gerade einen neuen kontinent und rauben ihn aus (auch hier wieder ungestraft, im gegensatz zu den kleinen banditen, die einen kleinen zug überfallen und ausrauben) . wurde durch die räuberei nun aber die wirtschaft angekurbelt (z.b. in spanien) ?
nein, es gab lediglich eine gold-inflation und keiner wollte mehr arbeiten, weil sich alle für reich hielten . wie du sehr richtig bemerkst, ist es also letzlich die produktivität, die zählt .
leider war gold aber nicht beliebig teilbar (kleiner als ein taler ist nicht üblich) . und so konnte sich bei steigender produktivität das gold nicht an die steigende warenflut anpassen und musste als allgemeines zahlungsmittel aufgegeben werden .
nun ist aber google-gold beliebig teilbar . folglich spricht nichts dagegen, es als stabiles zahlungsmittel einzuführen . worauf warten wir also . auf die ganz große krise ? die erzeugen wir doch für die nationalen währungen automatisch, wenn wir eine stabile welt-währung einführen .

ak – Die Frage ist: wofür ist Geld da?
Bzw. in unserem Kontext:
Wozu sind KTP da? Was ist der Zweck von Wuffies, was der Zweck von Google Gold?
Ich kann zu KTP sagen, dass es einen direkten Tausch durch einen indirekten Tausch ersetzen soll. Der Sinn des direkten Tausches ist offensichtlich:
Für mich ist es einfacher, einen englischen Artikel ins Deutsche zu übersetzen als einen deutschen Artikel ins Englische.
Für – nennen wir ihn mal John – ist es einfacher mit seinen beschränkten Deutschkenntnissen, einen deutschen Artikel ins Englische zu übersetzen, als einen Englischen Artikel ins Deutsche.
Also tauschen wir: er übersetzt meinen deutschen Artikel ins Englische, ich seinen englischen Artikel ins Deutsche. Das ist für uns beide sehr vorteilhaft. Eine typische Win-Win-Situation.
Aber es könnte sein, dass es ungerecht ist, weil mein Artikel doppelt so lang ist, wie seiner. Hätte ich aus meinem Artikel zwei Artikel gemacht, hätte er nur die Hälfte übersetzen brauchen. Also werden nicht die Artikel getauscht, sondern die Satzzeichen. Das ist vielleicht keine saubere Lösung. Eigentlich müssten es Wörter sein oder Gedanken, also Sätze. Nun gut, ich habe mich nachlässig für Satzzeichen entschieden.
Hierdurch wird es gerecht: Wenn John einen doppelt so langen Artikel von mir übersetzt, hat er noch einen kleinen Artikel bei mir gut. Und die Gleichsetzung von Satzzeichen mit einer Währung erlaubt einen indirekten Tausch. Und es wird dann möglich, dass ein Artikel von mir vom Türkischen ins Japanische übersetzt wird, obwohl ich beide Sprachen nicht spreche.
Damit das Ganze läuft, muss allerdings immer wieder eine neue Menge an KTPs in die Menge geworfen werden. Wenn es nur KTP dafür gibt, dass französiche Artikel ins Greogoriansiche übersetzt werden, dann kommt das System zum Stillstand, weil diejenigen, die spanische Artikel ins Englische übersetzen könnten, nicht mit KTP bezahlt werden können. Je mehr Autoren sich an dem System beteiligen möchten, um so mehr KTP muss zur Verfügung stehen. Andererseits muss aber auch KTP knapp gehalten werden. Denn wenn alle einen Überschuss an KTP haben, warten sie erstmal darauf, dass ihre Artikel übersetzt werden, bevor sie weiteres KTP ansammeln.

ks – also, mit whuffies kann man natürlich alles machen, was man mit KTP machen kann und einiges mehr .
sie funktionieren nicht als schuld, sondern als belohnung .
nun fangen aber, sobald ein gewisses wir-gefühl da ist, auch die belohnungen an zu kreisen, weil das gute beispiel ansteckend wirkt . du kannst das ausprobieren, indem du dich meinem beispiel anschließt . mach pledges und verteile ein paar whuffies (natürlich sollte man sich schon überlegen, an wen und wofür) und du wirst sehen, deine whuffies kommen ganz schnell wieder zu dir zurück .


my-knol-comments-2009/

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: