2010/march I

2010-03-01

KS (02/27)
hi Hanna
wir sollten zunächst mal unsere isolation wenigstens hier auf knol überwinden .
wenn wir uns darauf einigen könnten, wäre das ja schon ein winziger kleiner anfang .

Hanna Bretzke (02/27)
Hallo Kalle,
ich verstehe nicht ganz, was Du damit sagen möchtest,

KS (02/28)
jeder sieht seine knols als sein eigentum an .
und schon sind wir alle konkurrenten (wer bekommt die größte aufmerksamkeit) .
dabei zählt eigentlich nur das, was man gemeinsam macht .
d.h. jeder kann vorschläge machen, aber wenn man sich auf nix einigen kann, war alles für die katz .
ich suche einfach nur leute, mit denen man sich einigen kann .
d.h. nicht zu allem ja und amen sagen, sondern das hin und her solange durchzuziehen, bis alle zufrieden sind
das ist zunächst mal nur in kleinerem rahmen möglich, kann aber auf immer mehr leute ausdedehnt werden .ich habe das mehr schlecht als recht mit AK (Andreas Kemper) versucht, aber der ist ein bisschen durch seine wikipedia-sozialisierung versaut und sieht sprache als ein taktisches mittel (geistiges eigentum) .
aber wir kämpfen natürlich um jede seele .
die gesellschaft ist wie ein hologramm, das sich in jedem seiner einzelnen punkte widerspiegelt
jeder ist gleichzeitig teil und ganzes

Hanna Bretzke (02/28)
Da ich hier außer Andreas Kemper noch niemand kennen gelernt habe,
kann ich auch schlecht mit jemanden zusammen arbeiten,
ich hatte mal eine Anfrage gestellt, bekam leider keine Antwort, bis heute nicht,
und so wird man hier zum Einzelgänger, leider,

KS
zumindestens haben wir etwas, was in einer demokratie sehr begehrt sein müsste, unsere stimme .
ich meine mit demokratie jetzt nicht den staat, denn dieser ist es ja, worunter wir leiden (erziehungsheime, altenheime, kliniken, schulen, ämter, kasernen, gefängnisse, fabriken, … (nietzsche hat einmal gesagt : der staat ist das kälteste aller kalten ungeheuer (also eine maschine, deren verarbeitungsmaterial menschen sind))) .
ich meine eine wirkliche demokratie, für alle menschen weltweit .
eine völlig neue regierungsform, nicht mehr von oben nach unten, sondern von unten nach oben .
wenn du nur Andreas kennst, dann fang doch einfach mit ihm an . frag ihn, ob er deine stimme haben will (bezieht sich auf http://knol.google.com/k/kalle-schwarz/knol-star/1m7f8ad2dgh39/5?collectionId=1m7f8ad2dgh39.147) . wenn nicht, umo besser, wir werden schon was finden .
notfalls hängst du dich bei mir mit dran 😉
die größte hebelwirkung hat es natürlich, wenn mehrere personen gemeinsam jemand wählen .
man kann übrigens auch seine stimme jederzeit wechseln .
wichtig ist, dass wir erst mal eine struktur haben, die das vertrauen wachsen lässt und eine gruppenbildung ermöglicht .

2010-03-03

Hanna Bretzke
Hallo Kalle,
sollten Neuigkeiten kommen, lass es mich bitte wissen

2010-03-04

KS
also gestern stand diese neuigkeit bei spiegel.de
gesellschaft
nicht wirklich neu, eher so alt wie das patriarchat selbst, aber es ist gut, wenn immer mehr leute ihre erinnerungen erzählen . umso mehr kommt ans tageslicht .
besonders interessant ist, wenn sich berichte ergänzen oder überschneiden .
doch wie dem auch sei, wir werden diese ganze gesellschaft zur rechenschaft ziehen .
und das tolle daran ist, das jetzt auch die frauen nicht mehr schweigen .
eine wirklich originelle stimme dazu findest du hier : kersti.de/
da du dich für psychotherapie interessierst, hier ist, was kersti dazu sagt :
“das einzige aber, wo man einen wirklich gravierenden fehler machen kann, ist die innere einstellung zu dem, was man da tut.”
(dann wurde mit der zeit die verwendete methode immer unwichtiger. ich stellte fest, daß es völlig reichte, wenn ich meinem gegenüber entspannt, aufmerksam und ohne ihn zu be- oder verurteilen zuhörte – und da mir das immer besser gelang, mußte ich oft keine therapeutische methode anwenden, damit mein gegenüber die lösungen seiner probleme selber fand.
es reicht tatsächlich, einfach nur in regelmäßigen abständen hmm-hmmm zu machen, damit das ganze funktioniert …. sofern man in der richtigen geistigen haltung ist.)

2010-03-05

Hanna Bretzke
sofern man in der richtigen geistigen haltung ist.)
Genau das ist der Punkt, womit die meisten Menschen ein Problem haben – oder schon psychisch krank sind

2010-03-07

KS
genau .
wir werden zwar die menschen nicht so schnell ändern können , aber wir können frei reagieren .
niemand kann uns hier vorschreiben, was wir zu tun und zu lassen haben (und knol selber lässt uns (klugerweise) ziemlich freie hand) .
suchen wir uns also die guten aus und meiden wir die bösen .
solltest du über was gutes stolpern, lass es mich bitte wissen .

2010-03-08

Hanna Bretzke
Ja, das gute ist, Menschen zu helfen,
das schlechte ist, Menschen diskriminieren,
das ist meine Einstellung im Leben

KS @ nietzsche-über-darwin-und-das-urteil-der-heutigen-evolutionären-ökologie
ich finde es sehr anregend, dass sich hier so viele kluge leute austauschen .
wie LW (Lena Waider) richtig anmerkt, ist das bei wikipedia nicht der fall (dort fehlt jeglicher freiraum) .
und so gelingt es sogar, mit dem system-gedanken über nietzsche hinauszugehen, der eben nur vom einzelnen ausging . nun ist der einzelne zwar akteur, aber er wird alleine nicht weit kommen und schon gar nicht zum übermenschen werden, dazu ist das leben viel zu schnell vorbei .
allerdings glaube ich sehr wohl, das wir menschen ein überwesen bilden können, sogar weit über eine firma oder einen konzern hinaus .
so wie unsere körperzellen uns bilden, so bilden alle menschen zusammen ein überwesen .
von daher ist die erde so etwas wie ein ei, in welchem dieses neue überwesen ausgebrütet wird .
da es ein bewusstseinswesen ist, wird jedes einzene bewusstsein teil des gesamtbewusstseins,
und so werden wir alle eine stufe höher gehoben und lernen, dass die trennung zwischen den einzelnen ichs nur eine illusion ist, oder besser gesagt, ein durchgangsstadium, das bald aufgehoben werden wird .

KR
Herr Mersch, was halten Sie von dieser Interpretation insbesondere in Bezug auf das Bewusstsein (KS)?

2010-03-09

KS @ Hanna
ich frage mich, was passiert, wenn genügend viele menschen die gleiche einstellung haben .
es könnte sein, dass wir menschen ein überwesen bilden können, weit über die kirche oder den staat hinaus .
so wie unsere körperzellen uns bilden, so bilden alle menschen zusammen ein überwesen .
von daher ist die erde so etwas wie ein ei, in welchem dieses neue überwesen ausgebrütet wird .
da es ein bewusstseinswesen ist, wird jedes einzene bewusstsein teil des gesamtbewusstseins,
und so werden wir alle eine stufe höher gehoben und lernen, dass die trennung zwischen den einzelnen ichs nur eine illusion ist, oder besser gesagt, ein durchgangsstadium, das bald aufgehoben werden wird . dann wird auch der tod uns nichts mehr anhaben können, wir behalten ja unser gesamtbewusstsein und können einfach ein neues leben anfangen .

Peter Mersch
Ich glaube nicht daran, dass wir Menschen insgesamt ein solches Überwesen bilden, jedenfalls aktuell nicht. Wir sammeln zwar gemeinsam Kompetenzen an (wenn ich in Deutschland etwas erfinde und es öffentlich mache, könnte es jemand in Lateinamerika nutzen, eventuell sogar jemand, der aktuell noch gar nicht geboren ist), dennoch sind wir in dem Sinne kein selbstreproduktives System, welches sich selbst als Einheit versteht und quasi ein Eigeninteresse vertritt (die Frage ist: ob es darin überhaupt demokratisch zugehen könnte), insbesondere das eigene Überleben als Menschheit. Das könnte sich ändern, wenn z. B. ein Komet auf die Erde zurasen würde, der uns alle gefährdet. Kolportiert wurde das auch in Roland Emmerichs Film: “Independence Day”. Darin gibt es eine sehr pathetische Ansprache des US-Präsidenten angesichts der bevorstehenden Vernichtung der Menschheit durch Außerirdische.

Aktuell bekämpfen sich die Menschen aber weiterhin sehr stark gegenseitig. Es mag zwar Staaten mit starkem Nationalbewusstsein geben (z. B. USA), die man eventuell als eine solche Einheit verstehen könnte, ich bin mir aber nicht ganz sicher. Auf jeden Fall kann man Unternehmen solche Eigenschaften zusprechen. Dort regieren primär die Ziele des Unternehmens, und weniger die der einzelnen Zellen (insbesondere der Mitarbeiter). Von gewissen Ausnahmen abgesehen (übertriebener Drang nach Karriere) herrscht dort im Allgemeinen ein kooperativer Stil vor, jedenfalls weit stärker, als z. B. in den Wissenschaften, in denen es häufig um Eigeninteressen und weniger um das Ziel der Wissenschaften an sich (die Erkenntnis?) geht. Wer z. B. in einem Unternehmen wie die Deutsche Bank gezielt andere sabotiert, weil das schlecht für die anderen und gut für einen selbst ist, riskiert – wenn es rauskommt – die sofortige Entlassung. Denn die Unternehmensziele haben Priorität.

Unternehmen sammeln auch zunehmend proprietäres Wissen an, was z. B. von Robert B. Laughlin (immerhin Physiknobelpreisträger) bereits harsch kritisiert wurde. Im Grunde müssen sie das aber aus Eigeninteresse tun. Sie verfügen also über eigenständige Kompetenzgewinnungsprozesse.

Wenn ich mir allein schon das Problem des internationalen Terrorismus oder den Hickhack unter den Staaten anschaue, dann kann ich aktuell nur sagen: Die Menschheit ist weit davon entfernt, ein solcher “Übermensch” zu sein. Wie sieht es denn mit der globalen Erwärmung aus? Wird man sich darauf einigen können, ob diese haus- oder sonnengemacht ist? Und ob die Menschheit gemeinsam etwas tun sollte?

2010-03-10

Peter Mersch : Zusatz
Möglicherweise braucht man ja tatsächlich eine klare System/Umwelt-Differenz, wie die Systemtheorie sagt, um sich als echte Einheit zu verstehen. So wie zu den Zeiten des eisernen Vorhangs: Auf der einen Seite die guten Freien, auf der anderen die bösen Kommunisten. Vielleicht bräuchte die Menschheit tatsächlich eine ernsthafte äußere Bedrohung (die alle gleichermaßen betrifft), um sich als echte Einheit zu verstehen. In Ermangelung einer solchen gemeinsamen Gefahr sind dann andere Grenzen erforderlich, z. B. zwischen den Nationen. Hier im Internet könnten wir so etwas auch einführen. Wir könnten uns z. B. als die Knols, die superschlauen Köpfe, verstehen. Unsere Feinde wären insbesondere die Wikis, die in unseren Augen strohdoof und politisch verdorben sind. Natürlich würden wir auch schon mal bei denen reinschauen, aber nur, um es anschließend besser zu machen. Wer als Knol auch bei den Wikis schreibt und dabei erwischt wird, fliegt gnadenlos raus. Sein Content bleibt aber im Eigentum der Knols. Was wäre der Effekt? Wir hätten endlich eine Mission. Würde ich z. B. ein Knol mit einer geradezu absurden These posten, würden andere Knols darauf keineswegs mit Häme reagieren, sondern mit Verbesserungsvorschlägen, sodass am Ende doch was Gutes daraus wird. Alles für die Mission und für Königin und Vaterland…

2010-03-12

KS @ PM
he, he .
ausgezeichnet .
KR und ich haben uns schon darauf geeinigt, dass die wp’s nützliche idioten sind .
knol als selbstreproduktives system, welches sich selbst als einheit mit interesse versteht, ist ebenfalls eine feine idee .
ich halte knol für so etwas wie ein super-wiki .
und demokratisch sollte es schon darin zugehen .
es gibt nach innen die gruppen und nach außen den sprecher .
gruppen haben eine klare grenze zwischen innen und außen (kreis) .
sprecher-strukturen sind durchgängig (graph) .
verbesserungen : knol ist das ideale verbesserungsinstrument .
wie würde denn knol als selbstreproduktives system funktionieren ?
meiner ansicht nach ist schon jedes einzelne knol wie eine gehirn-zelle (die links (verknüpfungen) sind die synapsen) .
von daher sollten wir tatsächlich das ganze verknüpfungssystem zu verbessern versuchen .

KS @ democracy
“common knowledge vs. individual (partial or specialized) knowledge! ”
you also can say : global vs. local .
so we need two sorts of democratic structure :
a global one (voting tree or connection tree) and many local ones ( groups or teams) .
btw. on google it’s similar . there are public postings (articles …) and private postings (email …) . after an idea of Peter Greenfinch also each knol should have two versions : a public one and a private one

Mohanad Abdalla
Thanks a lot Kalle
And by the way we are talking about a “universal” law..! personally I consider it as the most fundamental law in Universe..!
We can implement it in any system in the universe..! the elements of any given system are always in a balance between the private (individual) properties and the common properties..!
So if we eliminate (for example) the common shared properties, the whole system will collapse..! because the elements will lose all kind of communications..! witch means losing all kind of collective action..!
So societies with low percentage of reading “public” books are suffering a great shortage of common superior knowledge, witch means a great error according the most fundamental law in universe..!
And the result will be losing all kind of mature collective work, including democracy..!
Also we can understand so many things by this universal law, for example freedom of speech.
To establish freedom in general or freedom of speech, the first thing we need is the “common” knowledge to start to communicate..! and living in this world means we have to develop the common knowledge all the time so it can works properly..! and once again the main source of the common superior knowledge is public books.
Every body is updating his software so his PC can work properly and human knowledge in not exception!

2010-03-13

PM @ KS
Ich würde das nicht nur technisch sehen, obwohl die Technik natürlich sehr sehr wichtig ist. Aber zunächst bräuchte man eine “Mission”. Ich weiß nicht, ob Google diese hat, aber vielleicht gibt es die in irgendeiner Schublade.
Wikipedia hat eine solche Mission. Man möchte dort ein globales Lexikon zusammenstellen, wo man zu jedem Begriff den aktuellen Stand des Wissens nachlesen kann, aufgebaut durch alle Menschen weltweit. Dass dies aktuell nicht optimal funktioniert, ist eine andere Sache. Immerhin hat man dort bislang Erstaunliches zu Wege gebracht.
Hinter Knol scheint aber doch mehr die Intention zu stecken, dass Menschen ihr Wissen, aber auch ihre Ideen einbringen können, also Wissen, das eben gerade noch nicht etabliert ist. Momentan ist das für Normalsterbliche so gut wie unmöglich, ich kann ein Lied davon singen. Aktuell würde ich sogar das Folgende vermuten: Nehmen wir einmal an, ich würde in meinem Keller ein Gerät erfinden, mit dem ich die seitens der Allgemeinen Relativitätstheorie prognostizierten Gravitationswellen direkt messen könnte. Und damit könnte ich nun als erster und einziger Mensch auf der Erde feststellen, dass ein dunkler und bislang nicht erkannter Komet auf die Erde zurast, der sie in ca. 30 Jahren in 2 Hälften teilen würde. Das Leben auf der Erde wäre dann zu Ende. Heute würde man mir nicht zuhören. Vielleicht würde ich meine Resultate bei Books on Demand oder Grin veröffentlichen. Wollte ich bei Amazon darauf aufmerksam machen, würden mich andere als neuen Erich von Däniken abkanzeln und mir unterstellen, mir ginge es nur darum, meine Bücher zu verkaufen. 20 Jahre später wird das Objekt dann auch von anderen entdeckt, doch da ist es längst zu spät: “Gaia” kann nicht mehr reagieren und das Ding schlägt ein.
Gäbe es also eine geeignete globale Wissensplattform, dann könnte die Sache einen ganz anderen Verlauf nehmen.
Von der technischen Seite her scheint mir vor allem die Kategorisierung wesentlich zu sein. Hier könnte auf Dauer auch eine umfangreiche Administration erforderlich werden, man hat das bei Yahoo gesehen. Die Frage ist doch stets: In welche Schublade gehört ein Artikel hin, damit er auch zusammenhängend gefunden werden kann? Stichwortsuche ist sicherlich eine Methode, Kategoriensuche aber die andere.
Ich fände es z. B. schön, wenn alle wissenschaftlichen Zeitschriften der Welt ihre Abstracts auf Knol publizieren würden (inkl. der Möglichkeit, den vollen Artikel zu kaufen). Es gibt zum Teil schon solche Plattformen, die scheinen mir aber nicht wirklich ausgereift zu sein. Es sind typische Hochschulsysteme mit der Tendenz zum Bastelstatus.
Es sollte dann aber auch für Normalsterbliche die Möglichkeit bestehen, in dem jeweiligen Sachgebiet (es muss nicht unbedingt Wissenschaft sein) zu publizieren. Vielleicht hat jemand eine tolle Idee, kann sich aber nicht richtig ausdrücken. Eventuell findet er auf der Plattform einen Freak, der ihn tatsächlich versteht, und der ihm hilft, die Gedanken geordnet in einen Artikel zu fassen. Später sieht den Artikel vielleicht ein Student, der sich gerade im Rahmen seiner Diplomarbeit mit einem ähnlichen Thema beschäftigt, und bringt noch ein paar interessante Aspekte mit ein. Irgendwann ist der Artikel so ausgereift, dass ihn einige Leser für ausgesprochen gut halten. Im Grunde ist das ein Online-Peer-Review-Prozess, wie er in anderer Form auch sonst in den Wissenschaften üblich ist.
Wenn der Artikel dann so im Ranking hochkommen könnte (dadurch, dass ihn andere gut finden), sodass er auch den etablierten Forschern leicht auffällt (die also nicht nur ihre Zeitschriften regelmäßig lesen, sondern auch schauen, was es darüber hinaus im Knol gibt), dann könnte die Idee tatsächlich Eingang in die Wissenschaften finden. Es bräuchte dafür eigentlich nur einen spektakulären Fall, wo das tatsächlich gelang.
Auch die Systemische Evolutionstheorie könnte ein solcher Fall sein. Wenn die Tipps von Herrn Rohde den Effekt hätten, dass die Arbeit in einer wissenschaftlichen Zeitschrift angenommen würde, und sich das darin propagierte Evolutionsmodell tatsächlich durchsetzen würde, dann wäre das ein enormes Argument für Knol: “Da ist über Knol ein wissenschaftliches Ergebnis vermittelt worden, welches davor keinen Eingang in die Wissenschaften finden konnte.”
Ich bin mir ganz sicher, dass es überall auf der Welt Menschen gibt, die etwas Einmaliges wissen und können, aber leider überhaupt nicht wissen, wie sie sich den ganz wenigen Menschen auf der Erde, die sich mit einer ähnlichen Thematik beschäftigen, gegenüber kundtun können.

2010-03-14

KS @ PM
google hat das motto “don’t be evil” . eine bessere religion gibt es nicht (wenn es denn ernst gemeint ist) .
im unterschied zu wikipedia ist knol vom einzelnen autor her organisiert und nicht von irgendeinem sachfetisch her . folglich lässt uns knol von der sache her einen möglichst großen spielraum und das ist nicht nur gut so, das ist fast zu schön, um wahr zu sein .
vielleicht sollte man zu den kompetenzen einer gesellschaft auch die fähigkeit zählen, die menschen glücklich zu machen . vor allem die kinder . denn glückliche kinder sind viel aufgeweckter als unglückliche und haben eine weitaus größere soziale kompetenz .
neulich meinte eine aufgeweckte 11-jährige beim anblick des films “krieg der welten” :
kriege sind völliger schwachsinn . das muss man anders machen, damit die nicht passieren .
technich : die kategorisierung ist in der tat ein erster schritt . damit werden die einzelnen knols in einen zusammenhang gestellt und sind leichter auffindbar . ich habe meine knols als collection-baum organisiert (myC) und finde so ruckzuck mit drei, vier, fünf klicks alles was ich brauche . ich könnte auf das ganze übrige layout verzichten . die collection-funktion würde genügen .
allerdings können knols und auch collections in verschiedenen anderen collections vorkommen und da wäre ein browser nützlich, der das anzeigt (graphische anzeige, wie jetzt schon beim kategorie-browser (wobei das kategorie-system ziemlich wirr ist und durch einen collection-browser völlig ersetzt werden könnte) . dann könnte man übrigens auch die kommentare als knols organisieren (auch das ist nur ein besonderer zusammenhang) .
individuelle ideen : laut LW warst du mal mathematiker . mich beschäftigt da eine frage :
bei der induktion schließt man ja von n auf n+1 . ist es genausogut möglich, von n auf n-1 zu schließen . nach dem was ich bis jetzt gelesen habe, scheint man das einfach auszuschließen ohne weitere begründung . kommt einfach nicht vor . weil man es bisher nicht gebraucht hat ?
dabei ließe sich das vierfarben-problem mit einem solchen axiom recht einfach beweisen .

PM @ KS
Die Sache mit dem Collection-Baum muss ich mir noch ansehen. Ich lese nämlich z. B. deine Drachengeschichten gerne. Mir ist aber noch nicht klargeworden, ob die in einem gewissen Zusammenhang untereinander stehen. Geht das irgendwo hervor?
Zur math. Induktion: Hier ist nur der Schluss von n auf n+1 möglich, es sei denn, du wolltest eine Aussage für alle negativen Zahlen beweisen.
Wesentlich bei der natürlichen Induktion ist nämlich der Beweis der Gültigkeit der Aussage für einen Startpunkt, sagen wir mal für 1. Du zeigst also zunächst, dass deine Behauptung für den Fall n=1 richtig ist. Wenn du dann beweisen kannst: “Wenn die Aussage für eine beliebige Zahl n gilt, dann gilt sie auch für n+1”, dann hast du die Behauptung für alle natürlichen Zahlen bewiesen.
Beim umgekehrten Weg würde der Startpunkt fehlen. Wo sollte der liegen? Bei 500? Bei Unendlich kann er nicht sein, denn Unendlich ist keine natürliche Zahl. Wenn du also beispielsweise den Startpunkt auf n=500 setzt, dann wüsstest du mit deiner umgekehrten Methode noch immer nicht, ob die Aussage auch für n=501 gilt.
Sinn macht dein Weg nur für negative Zahlen. Du könntest z. B. die Richtigkeit einer Behauptung für n=0 zeigen. Wenn du dann beweisen kannst: “Wenn die Aussage für n richtig ist, dann ist sie auch für n-1 richtig”, hättest du deine Behauptung für alle negativen natürlichen Zahlen bewiesen. Der Beweis muss also zwangsläufig von innen nach außen geführt werden, und das liegt daran, dass der Startpunkt innen sein muss.
Wenn du eine Behauptung aufstellst, die für alle positiven und negativen natürlichen Zahlen gelten soll, dann müsstest du sogar beide Verfahren anwenden. Du beweist zunächst die Gültigkeit der Behauptung für n=0. Dann beweist du: “Wenn die Aussage für n gilt, dann gilt sie auch für n+1”. Und schließlich beweiset du noch: “Wenn die Aussage für n gilt, dann gilt sie auch für n-1”. Dann wäre der Beweis der Behauptung vollständig .

KS @ hartziv-teil2 (03/14)
“Es liegt daran, dass immer alles aus der männlichen Perspektive betrachtet wird. Dadurch werden die falschen Antworten auf die falschen Fragen gegeben.”
sehr gut erkannt . deshalb würde ich vorschlagen, mal alles aus der kindlichen perpektive zu betrachten .
was brauchen kinder, um glücklich zu sein ?
weder geld noch gut, sondern eine einigermaßen normale umwelt .
vor allem aber eine glückliche mutter (happy mother, happy child (wie ich immer zu sagen pflege)) .
und was brauchen mütter, um glücklich zu sein ?
männer, die an die interessen von frauen denken .
und wie kommen wir dahin ?
also um hier mal einen kommentar von mir selbst zu zitieren (schönfärberisch auch recyceln genannt):
“bei der weiblichen Individualisierung, bei der es sich möglicherweise um die größte soziale Umwälzung der letzten zwei Millionen Jahre handelt” (Peter Mersch)
“speziell wenn sie sich zu mehreren zusammenschließen, was ich ohnehin erwarte” (Peter Mersch)
wäre das letzere nicht eine lösung für die probleme des ersteren ?
ein paar frauen (und in der folge dann immer mehr) schließen sich einfach zusammen und bilden eine sogenannte gesamtfrau . diese sucht sich den passenden gesamtmann (eine gruppe von männern) .
produktion und reproduktion werden dann gemeinschaftlich gelöst .
die ideale selbstreproduzierende einheit .

2010-03-15

KS @ PM
die drachengeschichten sind von einer frau .
http://knol.google.com/k/kalle-schwarz/myc/1m7f8ad2dgh39/160
/ auf “kersti”klicken / auf “flügel” klicken / auf “der erste drache” klicken .
innerhalb einer geschichte auf den schriftzug “kersti” (unten rechts) klicken .
wirklich spannend und gut erzählt ist : http://www.kersti.de/GI002.HTM (Dokiharjoni)

induktion : sehr, sehr gut .
somit würde meine frage darauf hinauslaufen, ob man auch rückwirkend schließen kann (wenn die aussage für n+1 gilt, dann gilt sie auch für n) .
das problem ist, dass hier die anschauung versagt und man einfach auf die symmetrie vertrauen muss, also tatsächlich ein neues axiom braucht (schließlich kann man sich negative zahlen auch nicht anschaulich vorstellen, sondern muss sie per axiom einführen) .
aus der anschaung kennen wir fälle, wo man nicht rückschließen kann, weil die ursachen vielfältig sein können .
wenn es regnet, ist die straße nass . wenn die straße nass ist, muss es aber nicht unbedingt geregnet haben .
wenn ich aber eine struktur habe, die nur durch logik definiert ist (wie zum beispiel der zahlenstrahl), und das rückwärtsgehen als ebensolche möglichkeit wie das vorwärtsgehen ansehe, dann sollte auch das rückwärtsgehen beweiskräftig sein .
wenn ich also theoretisch (mit hilfe eines verfahrens) von n nach n-1 gehen kann, dann sollte die tatsache, dass es n-1 tatsächlich gibt, auch der beweis sein, dass es n gibt (oder dass n möglich ist), selbst wenn ich auch noch auf zig andere arten zu n-1 kommen kann .
im fall der nassen straße beweise ich also nicht, dass der regen die straße nassgemacht hat, sondern zeige nur, dass eine nasse straße auch durch regen entstehen kann . wenn also eine nasse straße möglich ist, dann ist auch regen möglich .
oder (um bei der straße zu bleiben), wenn ich eine straße bauen kann, die irgend ein A mit einem 10 kilometer nördlich liegenden punkt B verbindet, und der punkt B ist tatsächlich bekannt, dann kann ich auch A bestimmen

PM @ KS
“die drachengeschichten sind von einer frau .”
Ah ja, danke, dann schaue ich mir das noch einmal genauer an. Ja, finde ich auch, sind sehr gut erzählt.
“somit würde meine frage darauf hinauslaufen, ob man auch rückwirkend schließen kann …”
Das wäre die sog. Abduktion. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Abduktion_(Wissenschaftstheorie). Mit der setzt sich William von Baskerville in “Der Name der Rose” etwas genauer auseinander (mein Bruder Dieter ist gewissermaßen ein Eco-Experte: Dieter Mersch (http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Mersch): “Umberto Eco zur Einführung”). Darin wird Baskerville nach meiner Erinnerung gedrängt, als Ursache für eine Verfehlung (ich glaube einer Frau – von wem sonst?) den Teufel zu benennen. Er erklärt sein Zögern wie folgt: “Weil das Schlussfolgern von den Wirkungen auf die Ursachen eine so schwierige Sache ist, dass allein Gott der Richter sein kann.”
Du weißt also jetzt, wen du noch zu Hilfe rufen musst. 😉
Diese Asymmetrie ist übrigens auch der Grund dafür, dass man empirische Theorien nur falsifizieren, nicht aber beweisen kann (Popper’sches Falsifikationsprinzip).
Theorien sind meist irgendwelche allgemeinen Aussagen, aus denen sich Detailaussagen (Beobachtungen) ableiten (deduzieren) bzw. prognostizieren lassen.
Mit anderen Worten: T ==> P (T ist die allgemeine Theorie, P die Prognose). Wenn nun P unter den genannten Bedingungen nicht eintrifft, dann ist T widerlegt (jedenfalls theoretisch, praktisch meist nicht, weil dann viele Wissenschaftler erst einmal am Experiment zweifeln). Wenn P aber eintrifft, dann ist T keineswegs bewiesen, bestenfalls ein wenig besser bestätigt.

KS @ Mohanad Abdalla
we have different brains, but we have the same mind .
instead of public books we perhaps can say knol discussions 🙂


my-knol-comments-2010-march/

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